In ihrem Schreiben vom 22.01.2010 erklärt die Leiterin der Ordenskanzlei Susanne Bos-Eisolt unseren Dialog für beendet. Daraufhin regte ich an, die Benutzung von Internet-Suchmaschinen an der Volkshochschule zu erlernen. Dies würde das Bundespräsidialamt befähigen zukünftig die Integrität von Kandidaten für Ehrungen zu überprüfen. Auch Oberbürgermeister Boris Palmer und das Staatsministerium Baden-Württemberg würden von einer VHS-Weiterbildung zum Suchmaschinen-Nutzer profitieren.

Hier zunächst der Abbruch des Dialogs und darunter meine Antwort:

 

04.03.2010

Sehr geehrte Frau Bos-Eisolt,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 22.01.2010. Zu meinem Erstaunen steht in Ihrem Schreiben, daß auf mein Anliegen "hinreichend eingegangen" worden sei. Jedoch sind bisher meine Fragen unbeantwortet geblieben. Deswegen bitte ich nochmal darum, daß das Bundespräsidialamt auf meine Fragen hinreichend eingeht.

Zwischenzeitlich habe ich mein Angebot, Internet-Nutzer um Hilfe bei der Beantwortung der offenen Frage zu bitten, in die Tat umgesetzt. Bisher haben mich zwar mehrere Kommentare, aber noch keine Antworten erreicht. Ich werde Sie informieren, wenn Internet-Nutzer Antworten wissen.

Ferner möchte ich höflich anregen, daß das Bundespräsidialamt in Zukunft Gebrauch macht von Internet-Suchmaschinen, wenn die Integrität von Personen überprüft wird, die mit einem Bundesverdienstkreuz oder mit einer Laudatio geehrt werden. Um den Nutzen von Internet-Suchmaschinen zu veranschaulichen, habe ich diesem Schreiben drei ausgedruckte Webseiten mit Zitaten und Berichten von Auftritten von Felicia Langer beigefügt, die ich per Suchmaschine schnell gefunden habe. Felicia Langer offenbart sich darin unzweideutig als Israel-Hasserin. Besonders hervorheben möchte ich ihre Unterstützung der Angriffe des iranischen Präsidenten Ahmadinedschad und Auszüge aus einem Interview für das Internetportal muslim-markt.de, das vom Bundesamt für Verfassungsschutz beobachtet wird.

Zwei der Webseiten sind erst nach der Verleihung des Bundesverdienstkreuzes verfaßt worden, jedoch bereiten sie nur Informationen auf, die schon vor der Ehrung im Internet auffindbar waren. Der dritte Ausdruck von Ralph Giordano wurde bereits 1991 verfaßt.

Der Antisemitismus und Israel-Haß von Henning Mankell läßt sich ebenfalls leicht per Internet-Suchmaschine auffinden.

Mit den beigefügten Ausdrucken verbinde ich die Hoffnung, das Bundespräsidialamt von den Vorteilen des Gebrauchs von Internet-Suchmaschinen zu überzeugen. Zum Erlernen derer effektiver Benutzung bieten die Volkshochschulen Kurse an.

Advertisements

Diesen Blog-Eintrag verfasse ich nach der Wahl von Christian Wulff zum Bundespräsidenten. Ich gehe nicht davon aus, von Horst Köhler und seinen Mitarbeitern noch Antworten auf meine weiterhin offenen Fragen zu erhalten.

Damit der geneigte Leser einen Eindruck von den Gedankengängen im Bundespräsidialamt gewinnt, veröffentliche ich den Brief der Leiterin der Ordenskanzlei Susanne Bos-Eisolt vom 10.11.2009 und darunter meine Antwort darauf:

 

19.11.2009

Sehr geehrte Frau Bos-Eisolt,

vielen Dank für Ihr Schreiben vom 10.11.2009. Die von Ihnen angesprochene "sehr deutlich[e] Haltung" des Bundespräsidenten spiegelt sich für die Öffentlichkeit in den Ehrungen für die beiden Israel-Hasser Henning Mankell und Felicia Langer sehr deutlich wider. Wie sollen einige Worte der vorsichtigen Distanz in nicht-öffentlichen Briefen an dieser Deutlichkeit rütteln?

Ich erinnere daher nochmal an meine weiterhin unbeantworteten Fragen und erneuere mein Angebot um deutliche Antworten öffentlich zu bitten.

Zudem erstaunt mich, daß Sie die Laudatio des Bundespräsidenten mit der Würdigung des Engagements von Henning Mankell für Afrika rechtfertigen. Da sich ja auf jedem schwarzen Schaf ein weißes Fleckchen findet, wird sich sicherlich für jeden Antisemiten und Israel-Hasser eine Würdigung finden lassen. Daher eine weitere Frage:

Wenn ein Antisemit und Israel-Hasser wie Henning Mankell für sein Afrika-Engagement gewürdigt wird, kann dann auch ein anderer Antisemit und Israel-Hasser für sein Engagement beim Bau der deutschen Autobahnen gewürdigt werden?

Ich hoffe, dieser Vergleich verdeutlicht den substantiellen Gehalt Ihrer Rechtfertigung der Laudatio.

Bitte legen Sie mein Schreiben und die unbeantworteten Fragen dem Bundespräsidenten vor. Weiterhin hoffe ich auf klarstellende Antworten auf meine Fragen, die an der gebotenen Deutlichkeit nichts missen lassen.

Hilfe für offene Fragen

28. Januar 2010

Die Verleihung des Bundesverdienstkreuzes Erster Klasse an Felicia Langer und die Laudatio von Bundespräsident Köhler für Henning Mankell hinterließen bei mir große Fragezeichen. Daher schrieb ich im letzten Jahr mehrere E-Mails und Briefe an das Bundespräsidialamt. Auf zwei eingeschriebene Briefe reagierte das Bundespräsidialamt schließlich, beantwortete jedoch nicht meine Fragen bzgl. der Ehrungen.

Auch Oberbürgermeister Boris Palmer, dem Initiator des Bundesverdienstkreuzes für Felicia Langer, hatte ich die ersten beiden Fragen gestellt. Aber auch er scheint keine Antworten auf die Fragen zu wissen.

Daher veröffentliche ich hier einen meiner Briefe und bitte den geneigten Leser, dem Bundespräsidialamt und dem Oberbürgermeister bei der Beantwortung der offenen Fragen zu helfen.

Mein Brief beginnt mit einem Bezug auf den folgenden Satz aus einem Schreiben des Bundespräsidialamts: “Die Solidarität des Bundespräsidenten mit Israel und dem jüdischen Volk ist unwandelbar.”


05.10.2009

Sehr geehrter Herr Bundespräsident Köhler,

vielen Dank für das mit September 2009 datierte Antwortschreiben eines Ihrer Mitarbeiter.

Im letzten Satz des Schreibens betonen Sie Ihre “unwandelbare” Solidarität mit Israel und dem jüdischen Volk. Daraus schließe ich, daß ich in der Mittelstufe über das Thema Antisemitismus falsch unterrichtet worden bin, denn auf Basis meiner Schulbildung ist Henning Mankell eindeutig ein Antisemit. Für diesen hat der Bundespräsident die Laudatio anläßlich der Verleihung des Friedenspreises der Stadt Osnabrück gehalten.

Ich bin schockiert, daß ich nach so vielen Jahren die mindere Qualität meiner Schulbildung erkennen muß. Ich hoffe, Sie haben eine hochwertigere Schulbildung genossen und werden sich dafür einsetzen die Qualitätsstandards bei der Unterrichtung von Antisemitismus anzuheben. Überforderte Lehrer und andere Beamte sollten auf ihren Fähigkeiten entsprechende Arbeitsstellen versetzt werden, wenn sie Antisemitismus nicht verstehen, der mittlerweile meistens in Gestalt des 99% deckungsgleichen Antizionismus daherkommt.

In meinem Schreiben vom 22.09.2009 hatte ich einige Fragen gestellt. Offenbar wurden diese Fragen übersehen, denn im Antwortschreiben kann ich keine Antworten finden. Da ich diese Fragen für immens klärungsbedürftig halte, wiederhole ich sie hier noch einmal:

1. Frage:
Sowohl in Israel als auch in Polen kam es vor mehr als 60 Jahren zu Flucht und Vertreibung. In beiden Fällen als Folge von verlorenen Angriffskriegen. Felicia Langer dämonisiert und delegitimiert Israel u.a. wegen der Flüchtlinge und Vertriebenen.
Frage: Kann eine Person mit einem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt werden, die Polen so dämonisiert und delegitimiert, wie es Felicia Langer gegen Israel tut?

2. Frage:
Im Gegensatz zu Polen und Israel haben Pakistan, Sudan und die Türkei Völkermorde begangen.
Frage: Kann eine Person mit einem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt werden, die Pakistan, Sudan oder die Türkei so dämonisiert und delegitimiert, wie es Felicia Langer gegen Israel tut?

3. Frage:
Felicia Langer gehörte dem Zentralkomitee der Rakach an. Genauso wie die DKP wurde auch die Rakach von der KPdSU als ihre Schwesterpartei angesehen. Zudem hat Felicia Langer den “Menschenrechtspreis” der “Gesellschaft zum Schutz von Bürgerrecht und Menschenwürde” angenommen. Diese Organisation wurde unter anderem von früheren Stasi-Mitarbeitern gegründet.
Frage: Können neben einer Ex-Funktionärin der Rakach auch frühere Funktionsträger der KPdSU, DKP, SED und Stasi mit einem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt werden?

4. Frage:
Die Nürnberger Nachrichten meldeten am 17.09.2009, daß Felicia Langer entgegen früheren Beteuerungen Israel mit dem NS-Regime verglichen hat.
http://www.nn-online.de/artikel.asp?art=1087729&kat=3&man=3
Frage: Da Felicia Langer mit dem Bundesverdienstkreuz Erster Klasse geehrt wurde, frage ich nach, welche Gemeinsamkeiten das Bundespräsidialamt zwischen Israel und dem NS-Regime sieht?

Die Ehrung einer Person mit einem Lebenswerk wie Felicia Langer irritiert mich sehr. Deswegen bin ich sehr gespannt auf Ihre Antworten auf meine Fragen, und hoffe daß die Antworten Klarheiten schaffen, insbesondere über die moralischen Standards des Bundespräsidenten und deren Geltungsbereich.

Mit freundlichen Grüßen